
Klinik
Bewegender Abschied in den Ruhestand:
Marita Waßmer - ein Segen für das Salem
In einem bewegenden und hochemotionalen Gottesdienst verabschiedete das Salem-Krankenhaus seine langjährige Pflegedirektorin Marita Waßmer in den Ruhestand.
Die feierlich geschmückte Hauskapelle war bis auf den letzten Platz gefüllt. „So voll habe ich unsere Kapelle sehr selten gesehen“, begrüßte Klinikpfarrerin Sabine Hannak, die mit dem stellvertretenden Dekan Heidelberg, Florian Barth, gemeinsam und erfrischend herzlich durch den rund zweistündigen Gottesdienst führte, die zahlreichen Gäste.
Marita Waßmer fand schon zu Beginn rührende Worte: „Ich freue mich sehr, an meinem Abschied die allerwichtigsten Menschen um mich zu wissen. Meine Familie – mein Salem - meine Stadtmission.“ Irgendwann in den vergangenen Tagen - als sie endlich einmal zur Ruhe gekommen sei - habe sie lange über ihre einzigartige berufliche Karriere im Salem nachgedacht. Schnell sei sie zu der Erkenntnis gekommen, dass „ich so viel Dankbarkeit empfinde. Nein, mehr noch. Ich fühle mich gesegnet. Gesegnet wegen der vielen guten Jahre und den Begegnungen mit wertvollen Menschen hier im Haus. In der heutigen Zeit ist das keine Selbstverständlichkeit.“
Marita Waßmer erinnerte in ihrer „Rede mit Entertainer-Qualitäten“ an viele Weggefährten, denen sie jeweils originelle Souvenirs und kleine, nicht alltägliche Präsente überreichte. Ein großer Dank ging an ihre langjährige Assistentin – heute Referentin der Pflegedirektion – Brigitte Fichtenkamm: „Liebe Brigitte, du bist seit 1999 treu an meiner Seite, warst loyal, fleißig, ehrlich, zuverlässig und hast auch in schweren Zeiten immer zu mir gehalten.“
Ihrem Nachfolger Justus Pohle empfahl Marita Waßmer mit einem Bild der Jahreslosung 2025 immer erst „alles zu prüfen – und das Gute zu behalten. Es war mir stets eine Freude, dich als kommenden Pflegedirektor einarbeiten zu dürfen.“ Pfarrer Florian Barth nahm diesen Ball gern auf und sprach seinerseits: „Du, Marita, bist eine, die immer geprüft hat, um das Gute zu bewahren. Du warst die Stimme in der Stille. Deine Stärke war Vertrauen und Menschlichkeit – du hinterlässt Spuren in vielen Kolleginnen und Kollegin. Auch in mir.“
Pfarrer Barth: „Du warst die Stimme in der Stille und hinterlässt Spuren“
Prof. Dr. Karlheinz Weiss, Ärztlicher Direktor im Salem-Krankenhaus, sprach von „einem traurigen Moment, den wir hier heute alle in unserer Hauskapelle erleben. Aber wir freuen uns auch, liebe Mutter Oberin, einen Teil unseres beruflichen Lebens, bei mir waren es fünf wunderbare Jahre, gemeinsam mit ihnen gegangen zu sein.“
Karlheinz Weiss‘ Vorgänger, Prof. Dr. Helmut Seitz, erinnerte an die Anfänge: „Wir, liebe Frau Waßmer, kennen uns seit 1991. Sie waren damals hier im Salem-Krankenhaus angetreten, den Menschen zu helfen. Zwischen uns war immer Offenheit, eine klare Sprache, Respekt und Vertrauen. Sie haben in den vielen Jahren ihres Wirkens eine Menge ausgehalten und den Patientinnen und Patienten einen großen Teil ihres Lebens gewidmet – dafür gebührt ihnen dieses Haus großen Dank. Das Salem und sie waren eine Einheit. Aber alles hat nun einmal seine Zeit.“
Justus Pohle dankte seiner scheidenden Chefin für die so wichtige Orientierung zu Beginn seiner Karriere im Salem vor drei Jahren: „Du hast mir den Rücken gestärkt und Unterstützung geboten. Vor allem aber hast du das getan, was in unserem Beruf das Kostbarste ist: Menschen gefördert und gestärkt. Ich übernehme heute ein Team, das deine Handschrift trägt – geformt durch deine Werte.“
Geschäftsführerin Dr. Korte: „Im Dialog sind wir stets im Guten und mit der besten Lösung auseinandergegangen“
Ein weiteres Lob, das nicht weniger unter die Haut ging, kam von Salem-Geschäftsführerin Dr. Rafaela Korte: „Ich war und bin in vielen Häusern beruflich unterwegs und habe dabei natürlich viele Menschen kennengelernt. Aber sie, liebe Frau Waßmer, werde ich nie vergessen.“ In ihrer Rückschau erinnerte Dr. Korte an die Gespräche, die sie mit Marita Waßmer von Geschäftsführerin zu Pflegedirektorin geführt habe: „Im Dialog hatten wir durchaus unsere Differenzen. Aber wir waren immer ehrlich zueinander und sind stets im Guten mit der besten Lösung auseinandergegangen.“
Marita Waßmer bedankte sich bei allen Rednern für die einfühlsamen Grußworte. Auch für die Entpflichtung mit Gebet und dem Segen, der „mir so unendlich wichtig ist“, durch den stellvertretenden Dekan Heidelberg, Florian Barth, und Klinik-Pfarrerin Sabine Hannak. „Ihren Schlüssel“, ergänzte Sabine Hannak, „haben sie bereits abgegeben. Nun sind sie frei von der Verpflichtung und können die große Verantwortung in andere Hände geben.“
Schon im Vorfeld war Marita Waßmer bewusst, dass ihr letzter offizieller Auftritt im Salem von starken Emotionen begleitet sein würde. Tatsächlich wurde die Verabschiedung für die langjährige Pflegedirektorin zu einer intensiven Reise in die Vergangenheit – mit Dankbarkeit, Wehmut und bewegenden Begegnungen. Immer wieder rührten sie die anerkennenden Worte und Gesten von Freunden, Kolleginnen und Weggefährten – ein lebendiger Beweis der großen Wertschätzung, die sie sich über die Jahre erworben hatte. Den emotionalen Höhepunkt markierten schließlich die Worte von Klinikpfarrerin Sabine Hannak, die mit eindringlicher Herzlichkeit sprach:
„Liebe Frau Waßmer, Sie sind heute eine Gesegnete. Und Sie sind ein Segen für das Krankenhaus Salem mit all seinen Mitarbeitenden, Patientinnen und Patienten.“
Marita Waßmer: „Ich gehe beseelt in meine neue Lebensphase, bin glücklich und dankbar“
Ein letztes Mal bedankte sich Marita Waßmer bei ihrer Salem-Familie, bei ihren Eltern für die jahrelange Unterstützung, bei Dr. Christian Weber für die Orgelbegleitung, bei Thomas Heger für einen ganz besonderen Gitarrensong und bei der Evangelischen Stadtmission um Matthias Schärr und Florian Kesberger: Die beiden Vorstandsmitglieder überraschten Marita Waßmer mit einem Feigenbaum. „In der Bibel“, erklärte Matthias Schärr, „ist er das Zeichen dafür, wohl, geborgen und sicher zu wohnen. So möge es auch für Frau Waßmer sein.“
Über diese besondere Abschieds-Veranstaltung einer besonderen Persönlichkeit wird das Salem noch lange sprechen. Für eine am Ende sichtlich bewegte Marita Waßmer war es „ein wunderbarer Gottesdienst. So kann ich beseelt in meine neue Lebensphase gehen, bin einfach nur glücklich und unendlich dankbar.“